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1820 bis heute

In den Ausstellungsräumen öffnet sich dem Museumsbesucher der große Rundgang durch 170 Jahre Harmonikageschichte. Im Mittelpunkt steht automatisch die"Hohner-Story", doch die Entwicklung der weltweiten Konkurrenz wird ebenso präsentiert. Die zu bestaunenden wertvollen Elfenbein-Mundharmonikas stammen z. B. aus Wien. Im Bild sehen wir den Firmengründer Matthias Hohner beim Verkauf an "alle Welt"; das reizvollste und ältesteWerbeplakat.

   
"Accordeons" werden erst im Verlauf des Rundgangs präsentiert, denn die Trossinger Fabriken Hohner und Koch begannen erst 1903 mit diesem Produktionszweig. Berühmt und weltweit bekannt wurde Hohner mit der Mundharmonika, vor allem mit dem Export in die USA. Dort stellt das seit über 100 Jahren produzierte Modell "Marine Band" nicht nur für Blues Harper einen Mythos dar. Im Zeichen des Booms begannen die 5 Hohner-Söhne (der Seniorchef starb 1902) sämtliche wichtigen deutschen Konkurrenzfirmen, bis hin zu den schärfsten Konkurrenten Ch. Weiss und Andreas Koch, aufzukaufen. Den Weg zum Monopol repräsentiert die Annonce aus dem englischen Verkaufskatalog von 1912. Der Besucher erfährt wie Hohner wirklich eine monopolartige Stellung in der Welt der Mundharmonika erreichte und wie man sie lange Zeit verteidigte. Zu den spektakulärsten Schaustücken der Zeitgeschichte gehören zerschossene Harps. So manchem Soldaten rettete die Mundharmonika in der Uniformtasche das Leben, indem sie den Aufprall einer Gewehrkugel abfing. Harmonika-Instrumente waren in beiden Weltkriegen beiderseits der Fronten sehr populär!

   

Eine spezielle Abteilung des Deutschen Harmonikamuseums widmet sich der Klingenthaler Harmonikaproduktion. Sie war vor 1945, für den "Ostblock" auch später wieder, sehr bedeutend. Auch die weitere, internationale Konkurrenz wird thematisiert. Es wird dabei ständig auf eine unterhaltsame Präsentation geachtet. über Highlights wird nicht nur informiert, sie werden auch inszeniert. So erfährt der Besucher natürlich, daß die Mini-Mundharmonika "Little Lady" das erste Musikinstrument im Weltall gewesen ist. An Bord von Gemini VI geschmuggelt spielte Kapitän Walter Schirra im Dezember 1965 "Jingle Bells" – und erstaunte damit die Bodenstation auf der Erde! Dokumente dieser ‚musikalischen Mission" und ein großes Modell der Gemini VI werden im Museum gezeigt.

 
Der historische Rundgang endet mit den Nachkriegsjahrzehnten, in denen Mund- und Ziehharmonika-Szene nochmals boomten.