Helmuth Herold - Ein Leben für die Mundharmonika

Das Deutsche Harmonikamuseum würdigt den herausragenden Mundharmonikaspieler und –pädagogen Helmuth Herold mit einer Sonderausstellung, denn am 3. Mai jährte sich bereits sein zehnter Todestag; 1961, also vor 50 Jahren, übernahm er das Dirigat des Orchesters Hohnerklang.

Mit dem Satz: „Die Harmonikabewegung lebt (…) und Helmuth Herold hat daran entscheidenden Anteil.“ endet ein ihm gewidmeter Beitrag in unserer ersten Publikation. Ein kurzer Blick auf seine Lebensgeschichte dokumentiert die immensen Verdienste Herolds:

1928 in Trossingen geboren atmete er von Anfang an „Harmonikaluft“. In der Volksschule der jungen Harmonikastadt gehörte damals das Mundharmonikaspielen einfach dazu. In den Kriegs- und Nachkriegswirren war an eine Musikerkarriere zunächst nicht zu denken. Es sollte bei Hohner zunächst „etwas Anständiges“ gelernt werden: Im Oktober 1945 startete Herold eine Mechanikerlehre.

Sein Trio Herold betrieb der Mundharmonika-Enthusiast Jahrzehnte lang. Alfred Messner gehörte als Meister der langen Begleitharmonika immer zur Stammbesetzung. Der dritte Mann hieß lange Rolf Piesendl, zwischenzeitlich hatte diese Rolle auch Dieter Kapp inne.

Schon 1952 machte Helmuth Herold die Musik zum Hauptberuf und studierte unter anderem unter Rudolf Würthner am Hohner-Konservatorium. Von Anfang an war klar, dass für den ausgebildeten Akkordeonlehrer Herold das Nebenfach Mundharmonika zum Hauptfach werden würde. Nach 11/2 Jahren Lehrtätigkeit an der Musikschule Geisel in Frankfurt kehrte er 1957 zum Konservatorium zurück, wo er als Assistent des Mundharmonikapädagogen und Hohnerklang-Dirigenten Hermann Schwarz fungierte. Helmuth Herold betreute das Jugendorchester und wurde nach dem Tod von Hermann Schwarz 1961 auch Dirigent des Hohnerklang. Spätestens damit war Herold der entscheidende Mundharmonika-Mann in Trossingen und weit darüber hinaus:

  • Vier Jahrzehnte lang (1991 übernahm Hans-Günther Kölz den Dirigentenstab) führte er den Hohnerklang.

  • Er sprang in die Bresche als in Trossingen die altbekannten Mundharmonika unterrichtenden Schullehrer nach und nach abtraten. Seit den frühen 1960ern wurden Generationen von Grundschulkindern durch Helmuth Herold systematisch unterrichtet und – bei entsprechender Begabung – im Konservatorium und in den Hohnerklang-Jugendorchestern weiter gefördert. Die Besten formierten sich zu Teenager-Ensembles, wie etwa um 1990 die „Harmonica Youngsters“.

  • Basis für seine pädagogische Arbeit war das von ihm selbst entwickelte Modell „Student“, bis heute unter dem Namen „Melody Star“ maßgebend. Das System des Schulunterrichts auf breiter Ebene wird nach wie vor mit großem Erfolg praktiziert – selbstverständlich durch ehemalige Herold-Schüler (und deren Zöglinge).

  • Nebenbei komponierte und arrangierte der rastlos tätige Herold für die Mundharmonika. Bis zu seiner Stabübergabe an Hans-Günter Kölz, Ende 1991, absolvierte er mit „seinem“ Hohnerklang über 700 Konzerte und mit dem Trio Herold und anderen Ensembles über 1700 Bühnenauftritte.

So glanzvoll seine Karriere, so traurig war das Ende von Helmuth Herold. Schon bei seinen letzten Auftritten 1994 war er nicht mehr der alte. Mit den Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand derart, dass er Krankheit und Tod seiner treuen Frau Ruth Herold im Jahr 2000 nicht mehr wahrnehmen konnte.

Die kleine biographische Sonderausstellung des Harmonikamuseums dreht sich rund um Leben und Werk Helmuth Herolds und ist an den Sonn- und Feiertagen von 12. Juni bis 17. Juli 2011 im neuen Sonderausstellungsraum im UG des Bau V (Hohnerstr. 4/1) in der Stadtmitte Trossingens zu sehen.

Öffnungszeiten: jeweils 13.30 – 17.00 Uhr (wie Harmonikamuseum)

 

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