Sonderausstellung

„Roaring Twenties“ - Das prägende Wirken der zweiten Fabrikantengeneration

13.09.2020 – 15.11.2020

Medaillons der fünf Hohner-Söhne Hans, Jacob, Matthias, Andreas und Will

Die zweite Fabrikantengeneration

„Hohner“, seit Generationen ein klingender Name, nicht nur bei Harmonikafans rund um den Globus.

Zwischen dem legendären Firmengründer Matthias Hohner und seinem vielfach gerühmten Enkel Ernst Hohner liegt die etwas vergessene 2. Generation: Jacob (1861 – 1946), der Kommerzienrat; Matthias junior (1863 – 1929) und Andreas (1864 - 1926), beide Technische Direktoren; Hans (1870 - 1927), Motor und Leiter der Niederlassung in New-York; Will (1879 – 1933), Kaufmännischer Direktor und „Benjamin“ der insgesamt 13 Geschwister.

Die fünf Söhne schufen eigentlich das Weltunternehmen Matth. Hohner AG.

Ausbau zum dominanten Großbetrieb

Einerseits bewegten sie sich ganz in den traditionellen Bahnen des Vaters, der die Firma vom Einmannbetrieb zum größten Mundharmonikahersteller entwickelt hatte. Andererseits machten sich die Söhne nach der Geschäftsübernahme im September 1900 mit einer unerhörten Dynamik an den weiteren Ausbau hin zum dominanten Großbetrieb der Harmonikabranche.

Wesentliche Maßnahmen und Erfolge:
1902 – 1925: Ausbau des Firmenareals durch Backsteinbauten und später durch mächtige Produktionsgebäude aus Stahlbeton
1903: Aufnahme der Produktion von Handzuginstrumenten („Accordeons“)
1906 - 1929: Aufkauf renommierter Hersteller, zuletzt des weltweit größten Konkurrenten And’s Koch AG
1909: Gründung der Aktiengesellschaft (Familien-AG)
1920er: der vom Hohner-Marketing angefachte Mundharmonikaboom in den USA bringt Millionen von Dollar-Einnahmen.

durch ihre Steuerkraft (und im wohlverstandenen Eigeninteresse!) förderte die Firma Hohner die Infrastruktur des Haupt-Standortes Trossingen / Württemberg. Höhepunkt dieser Entwicklung: Auf Betreiben der Fabrikanten erhielt der Ort 1927 die Stadtrechte.

Familienbande

Die Ausstellung spürt diesen Entwicklungssträngen nach, beleuchtet die Verhältnisse innerhalb der Familiendynastie. So verlief der Übergang von der 2. zur 3. Generation einfacher als gedacht. – Die acht Hohner-Töchter fallen nicht unter den Tisch. Tochter Brigitte Hohner, verheiratete Dorner, wird exemplarisch behandelt, auch weil ihr Sohn und ihr Enkel für die 3. und 4. Generation leitend in der Firma tätig waren.

Das neue Bauen der 1920er

Das neue Bauen der 1920er hat im kleinen Ort Trossingen – untypisch für Deutschland – vielfältige Spuren hinterlassen; dabei herausragend: der Neubau der damals hochmodernen Friedensschule 1923/24. Das Prosperieren der Hohner AG ermöglichten die „Bauwut“ der 1920er.

„Roaring Twenties“

„Roaring Twenties“ erlebte die Harmonikabranche in der Tat, vor allem in den USA. Zahlreiche Exponate dokumentieren die cleveren Werbekampagnen, die Hohner-USA sogar in Rundfunk und Film schaltete.

Unter der Vielzahl der ausgestellten Stücke finden sich zahlreiche Exponate, die erstmals öffentlich zu sehen sind.

Rahmenprogramm

Die Sonderschau wird von einem reichhaltigen Begleitprogramm flankiert. Rätselfreunde können sich mit einem Bildersuchspiel auf die Spuren der 20er Jahre durch Trossingen begeben und wertvolle Preise gewinnen.

Termine Stadtführungen auf den Spuren 2. Fabrikantengeneration:
Freitag, 16.10., 18.00 Uhr, Freitag, 23.10., 17.00 Uhr, Sonntag, 8.11., 14.00 Uhr, Sonntag, 15.11., 14.00 Uhr.

Anmeldung zu den Führungen ist nicht zwingend erforderlich, wird jedoch wegen der bestehenden Corona-Schutzbestimmungen dringend empfohlen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Internet und der Tagespresse.

Führungen durch die Sonderausstellung können gebucht werden.

Abschlussveranstaltung (in Kooperation mit der VHS) am Montag, 16.11., 19.00 Uhr:
Vortrag Prof. Walter Mühlhausen: „Die Goldenen 20er – ein trügerischer Schein“.

Bilder zur Sonderausstellung

Historische Abbildungen aus der Sonderausstellung.

Hohner-Fabrik in Trossingen 1924
Hohner-Fabrik in Trossingen, 1924
Hollywood-Filmstars werben 1923 für die Miniatur-Mundharmonika Little Lady
Hollywood-Filmstars (Marie Prevost und Irene Rich) werben für die neue Miniatur-Mundharmonika „Little Lady“, Titel eines Faltblatts, 1923.
1 / 2
← Alle Sonderausstellungen